Aktion_Klima_geht_baden_2

Am Samstag, 12. Dezember hat eine Gruppe Aktivist_innen in Bern auf die Ergebnisse der
Weltklimakonferenz in Paris reagiert. Das Schutzabkommen ist zu wenig weitreichend und nicht
juristisch verbindlich. Somit ist klar: Das Klima geht baden. In Bern und anderswo.

Mit 2015 neigt sich ein weiteres Hitzerekordjahr dem Ende zu. Kein Zweifel, auch dieser Rekord
wird bald wieder gebrochen sein. Die Fieberkurve der Erde steigt und steigt.
Klimawandel ist nur eines der Symptome der enormen Übernutzung des Planeten Erde, neben
Artensterben, Überfischung, Bodenerosion, etc. Eine Übernutzung, die einem kleinen Teil der
Weltbevölkerung verschwenderischen Wohlstand gebracht hat, während die Mehrheit immer mehr
darunter leidet.

Ein bisschen mehr Klima-Zertifikatehandel plus etwas Kompensationszahlungen an die
Entwicklungsländer und die Hoffnung auf technologische Lösungen werden daran nichts ändern. Es
bräuchte einen tiefgreifenden Wandel. Der Flugverkehr müsste verteuert und eingeschränkt werden,
fossile Energieträger verbindlich im Boden belassen, Bereiche wie Mobilität, Ernährung und
Wohnen völlig neu konzipiert, die Wirtschaft grundlegend umorganisiert werden. Ansätze dazu
wären vorhanden, der politische Willen diesen zum Durchbruch zu verhelfen ist es offensichtlich
nicht.

Es ist geradezu zynisch, dass zeitgleich mit den Klimaverhandlungen diverse
Freihandelsabkommen diskutiert werden (TiSA, TTIP, TPP, CETA), die darauf abzielen den
globalen Handel weiter zu intensivieren – mit allen zusätzlichen Transportkapazitäten die dafür
nötig sind. Sozial- und Umweltgesetzgebung werden dabei als nicht-tarifäre Handelshemmnisse
angesehen. Was bei der Klimakonferenz ein Tabu ist, war in den Freihandelsverhandlungen der
Ausgangspunkt: Die juristische Verbindlichkeit. Private Unternehmen sollen ihre Profiterwartungen vor privaten Schiedsgerichten gegen Staaten einklagen können.
Diese Möglichkeit haben Menschen im Sahel nicht. Sie haben kaum etwas zum Klimawandel
beigetragen, sind heute aber Opfer der fortschreitenden Verwüstung und Zerstörung ihrer
Lebensgrundlagen. Wenn sie nach Europa kommen, werden sie als Wirtschaftsflüchtlinge
zurückgeschickt.

Nach zwei Wochen Klimakonferenz fällt die Bilanz noch ernüchternder aus als erwartet. Viel heisse Luft, wenig Konkretes, noch weniger Hoffnung. Während die Konferenzdelegationen nach Hause und dann weiter in den Weihnachtsurlaub fliegen, geht das Klima baden… und der Meeresspiegel steigt und steigt… bis das Wasser auch den Mächtigen dieser Welt am Hals stehen wird. Dann aber wird es definitiv zu spät sein.

Klimundkusigehenbaden