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Da mir die Ehre zuteil wurde, das Vorwort zu dem Buch “ Attac Contre l’Empire Nestle“ zu verfassen, ich an der Pressekonferenz vom 13. Juni jedoch nicht persönlich anwesend sein kann, möchte ich aus diesen Gründen folgende Erklärung abgeben:
Seit ich in den 70er Jahren damit begonnen habe, die Tätigkeiten von Nestlé zu verfolgen, konnte ich feststellen, dass dieses Unternehmen nicht die leiseste Kritik verträgt und dazu bereit ist, seinen Gesichtspunkt um jeden Preis durchzusetzen und ihm ungünstige Analysen möglichst zu vertuschen. Die in dieser Angelegenheit geltende schweizerische Gesetzgebung ist mir nicht bekannt, aber ich weiß, dass die Schweiz ein demokratisches Land ist und Nestlé diesmal zu weit geht. Wenn diese gegen die Mitglieder von Attac Waadt geführte und von richtiggehendem Hausfriedensbruch und Verletzungen des Privatlebens begleitete Spionage als "rechtmäßig" betrachtet wird, dann ist keiner mehr irgendwo sicher. Wenn Nestlé ungestraft Gruppen von Staatsbürgern unterwandert und ihre völlig zulässigen und gewaltlosen Tätigkeiten überwachen kann, als wäre das Unternehmen ein Staat, der eine Terroristengruppe ausspioniert, dann müssten Sozialwissenschaftler ihre Forschungsarbeit aufgeben und dürften Journalisten keine Ermittlungen mehr anstellen, wie sie das Team von Temps Present überaus mutig gemacht hat. Niemand wird mehr einen multinationalen Konzern mehr kritisieren können, noch die Grundrechte der Menschen, der Arbeitsbedingungen, des Umweltschutzes verteidigen können. Wenn diese Spionage als "rechtmäßig" angesehen wird, hat kein Staatsbürger mehr seine Handlungsfreiheit, und so wird auch « rechtmässig » eine neue Art von sanftem und weichem korporativem Faschismus, der nicht mehr von einer Regierung oder einer politischen Bewegung durchgesetzt wird, sondern von Unternehmen mit Privatpolizei, die meinen, ihnen sei wegen ihrer Umsatzzahlen alles erlaubt.
Als Verfasserin des Vorworts des Buchs von Attac Waadt *Attac Contre l’Empire Nestle*, gehe ich davon aus, dass ich genauso wie meine Kollegen ausspioniert worden bin. Daher lege ich Wert darauf, als Mitklägerin bei jeder Beschwerdeerhebung oder anderen Gerichtsverfahren aufzutreten, die Attac Waadt und Attac Schweiz, gegen Nestlé zu führen für richtig halten und lege Wert darauf, in diesem schwierigen Moment meine vollständige Solidarität mit ihnen auszusprechen, genauso wie mit dem Team von Temps Present. Ich bin im Übrigen davon überzeugt, dass das Schweizer Volk seine Meinung über das niederträchtige Verhalten von Nestlé angemessen kundtun wird.
Susan George,
Schriftstellerin, Ehrenvorsitzende von Attac Frankreich
12. Juni 2008
Aus dem Französischen von Angelika Gross, ehrenamtliche Übersetzerin Coorditrad
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