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Erste Sommerakademie und Jahresversammlung von attac schweiz: Richtungsentscheide für die globalisierungskritische Bewegung

Im wunderbaren Rahmen der Val d’Hérens folgten rund 150 Personen aus der ganzen Schweiz der Einladung von attac Wallis und nahmen wärend drei Tagen an der ersten Sommerakademie von attac schweiz teil.

Rednerinnen und Redner aus Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz analysierten in Bildungsveranstaltungen zusammen mit den attac-Aktivisten die Mechanismen des globalisierten Kapitalismus und öffneten neue Arbeitsfelder wie die Geschlechterverhältnisse, die Landwirtschaft oder die Ökologie. Service Public und WTO, Finanzplatz und Finanzpolitik, neue imperialistische Kriege oder multinationale Unternehmen waren einige der Themen, die in Mobilisierungs-Workshops diskutiert und mit konkreten Aktionsperspektiven verbunden wurden.

Um den fünften Geburtstag von attac schweiz zu feiern, debattierten verschiedene Vertreter der schweizerischen sozialen Bewegungen mit attac über die Bilanz und die Perspektiven der globalisierungskritischen Bewegung. Marianne Hochuli von der Erklärung von Bern, Dieter Drüssel vom Zentralamerika-Sekretariat, Paolo Gilardi vom Verband des Personals öffentlicher Dienste und Alessandro Pelizzari von attac beleuchteten die Legitimationskrise des aktuellen neoliberalen Kapitalismus, welche die Analysen und die Kritik der globalisierungskritischen Bewegung in immer weiteren Kreisen der Bevölkerung hineinträgt. Dennoch wurde auch festgestellt, dass die globalisierungskritische Bewegung es in keiner Weise geschafft hat, realen Einfluss auf die konkreten Politiken der Regierungen und internationalen Institutionen auszuüben oder den Sozialabbau aufzuhalten.

Angesichts dieser offenen Fragen traf die Jahresversammlung von attac schweiz wichtige Entscheide über die politischen Prioritäten von attac in der nächsten Periode. So wurde beschlossen, sich stärker in die sozialen Auseinandersetzungen in der Schweiz einzumischen und im Rahmen des Aktions- und Streiktages des Verbandes des Personals der öffentlichen Dienste vom 23. September eine bedeutende Kampagne gegen den Abbau des Service Public lancieren. Auch wurde entschieden, den Druck auf multinationale Unternehmen zu erhöhen, insbesondere mit der Organisation einer öffentlichen Anhörung gegen Nestlé im nächsten Jahr. Schliesslich beschloss die Jahresversammlung, im Rahmen der Mobilisierung gegen das World Economic Forum in Davos die internationale Konferenz „Das Andere Davos“ zu organisieren. Die Idee, eine Volksinitiative zur Einführung einer Reichtumssteuer zu lancieren, fand hingegen nicht die nötige Mehrheit der attac-Mitglieder.

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Online am 15. September 2004

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